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    Fachschaft Wirtschaftswissenschaften

    Malusregelung

    Projekt Malusregelung

    Einige Professoren haben unzulässiger Weise darauf beharrt, für falsch beantwortete Multiple-Choice-Fragen nicht nur keine Punkte zu vergeben, sondern tatsächlich Minuspunkte zu verrechnen.

    Das Thema wurde auf Betreiben der Fachschaft im Fakultätsrat besprochen und durch die Fakultätsleitung mehrfach an die Professoren kommuniziert. Eine unzulässige Maluspunktevergabe sollte in Zukunft nicht mehr vorkommen. Solltet ihr den Verdacht haben, dass in eurem Fall eine unzulässige Malusregelung angewendet werden könnte, dann fragt einfach bei uns nach.

    Hintergrund: Die Vergabe von Minuspunkten ist grundsätzlich unzulässig. Sie muss durch die Prüfungsordnung ermöglicht werden. Das ist früher über die Allgemeine Studien- und Prüfungsordnung (ASPO) geschehen, später dann über die jeweiligen Fachspezifischen Bestimmungen. Dabei gibt es unterschiedliche Versionen, die sich jeweils unterschiedlich auswirken (hier am Beispiel der 2017 aktuellen Prüfungsordnungen des Studiengangs Wirtschaftswissenschaft).

    Folgendes ist gilt für alle Prüfungsordnungen:

    • Bei Single-Choice-Fragen (nur 2 Möglichkeiten, eine davon falsch) darf es überhaupt keine Maluspunkte geben. Eine falsche Antwort darf hier nicht mit korrekten Antworten verrechnet werden.
    • Bei Multiple-Choice-Fragen darf eine falsches Kreuz nur mit richtig gesetzten Kreuzen derselben Frage verrechnet werden. Hierbei ist "Frage" nicht im Sinne von "Aufgabe" oder "Fragenblock" zu verstehen, sondern darf nur eine einzelne Frage sein, zum Beispiel "Wie viele Länder sind Mitglied der Europäischen Union?"
    • Die genaue Verrechnung der Punkte regeln die Bewertungsvorschriften (BV) in der Prüfungsordnung. Welche Bewertungsvorschrift bei der Korrektur angewendet werden wird, das muss in der Regel vier Wochen vor der Klausur bekanntgegeben werden. Näheres regelt die jeweilige Prüfungsordnung.

    Das Studiendekanat hat sich das letzte mal, als das Thema aufgekommen ist, auf den Standpunkt gestellt, dass eine in der Klausur angekündigte unzulässige Malusberechnung auch dann nicht zu einer Neukorrektur der Klausur nach korrektem Bewertungsverfahren führt, wenn der Prüfling um die Unzulässigkeit der jeweiligen Malusverrechnung Bescheid gewusst hat. Stattdessen müsse in jedem Fall die Klausur neu geschrieben werden. Das verstößt unserer Auffassung nach gegen das Prinzip des geringstmöglichen Nachteils (vgl. Niehues/Fischer/Jeremias: Prüfungsrecht, 6. Auflage, RN 503). Studierende sollten in diesem Fall nach Auffassung der Fachschaft ein Wahlrecht zwischen Nachkorrektur und erneutem Ablegen der Prüfung haben. Andernfalls ist die Wahscheinlichkeit zu hoch, dass die Studierenden sich durch die Notwendigkeit, sich erneut in den Prüfungsstoff einzuarbeiten, von dem erneuten Ablegen der Klausur abschrecken lassen.