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    Chair of Public Finance

    Master-Thesis

    Masterarbeiten werden zu beliebigen Themen in den Gebieten Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft vergeben. In Betracht kommen dabei vor allem die Bereiche öffentliche Einnahmen und Ausgaben, Sozialversicherungen und öffentliche Verwaltung. Interessenten kommen am besten direkt mit einem Themenvorschlag oder einer groben Idee für eine Masterarbeit in die Sprechstunde. Anregungen finden Sie reichlich in der tagespolitischen Diskussion, in der Vorlesung oder in der Fachliteratur. Die Vertiefung einer vorherigen Seminararbeit ist dabei möglich.

    Methodisch kann die Arbeit eher mathematisch oder juristisch ausgerichtet sein. Es kann sich um eine Literaturarbeit oder eine eigenständige Forschungsarbeit handeln. Ganz grob kann man drei Typen von Masterarbeiten unterscheiden:

    Formal-theoretische Arbeiten basieren auf einer vergleichsweise geringen Anzahl von wissenschaftlichen Aufsätzen, etwa zwischen drei bis fünf. In der Regel sind diese nicht einfach und außerdem verkürzt dargestellt. Bei der Bearbeitung geht es darum, durch eine eigene Form der Darstellung und ausführliche mathematische Herleitung zu verdeutlichen, dass man die zugrundeliegende Literatur verstanden hat. Die bloße Wiedergabe der Originalliteratur ist nicht erwünscht. Die Masterarbeit sollte in sich geschlossen sein, so dass die bearbeitete Fragestellung auch ohne Rückgriff auf die zugrundeliegenden Quellen verständlich wird.

    Aktuelle wirtschaftspolitische Arbeiten sind breiter angelegt. Hier geht es um die Analyse und Aufbereitung einer aktuellen Problemstellung. Die Literaturgrundlage ist umfangreicher und weniger formal als beim ersten Typ. Gut vorstellbar sind hier auch juristisch orientierte Arbeiten.

    Mögliche Themen für Master-Thesis:

     

    1. "Ökonomische Analyse des Pflegerisiskos: Familie vs. Staat"

    • De Donder und Pestieau (JPET, 2017), Canta, Pestieau, Thibault (ET, 2016), Norton (2016), Handbook Aufsatz

    2. "Adverse Selektion, Genetische Tests und Selbstversicherung"

    • Crainich (JRI, 2017)

    3. "Analyse der Rentenbesteuerung - Theoretische Begründung und internationale Unterschiede"

    • Cremer/Pestieau (2016), CESifo, Woodland (2016), Handbook

    4. "Rentenzugangsverhalten von Ehepaaren – Theorie und Empirie"

    • Empirie: SAVE-FZR Daten
    • Lalive, R. und P. Parrotta (2017): How does pension eligibility affect labor supply in couples? Labour Economics 46, 177-188.
    • Selin, H. (2017): What happens to the husband’s retirement decision when the wife’s retirement incentive changes? International Tax and Public Finance 24(3), 432-458.
    • Stancanelli, E. (2017): Couple’s retirement under individual pension design, Labour Economics 49, 14-26.
    • Zweimüller et al. (1996): Retirement of spouses and social security reform, European Economic Review 40, 449-472.

    5. "Von egoistischen Kindern und altruistischen Eltern – Das Rotten-Child-Theorem und die Bereitstellung öffentlicher Güter innerhalb der Familie"

    • Becker, G. S. (1974): A Theory of Social Interactions, Journal of Political Economy 82(6), 1063-1093.
    • Bruce, N. und M. Waldman (1990): The rotten-kid theorem meets the Samaritan’s dilemma, Quarterly Journal of Economics 105, 155-165.
    • Cremer, H. und K. Roeder (2017): Rotten spouses, family transfers, and public goods, Journal of Population Economics 30(1), 141-161.
    • Cremer H. und K. Roeder (2017b): Long-term care and lazy rotten kids, Journal of Public Economic Theory 19, 583-602.

    6. "Adverse Selektion im Gesundheitsmarkt"

    • Einav und Finkelstein (2018): Moral Hazard in Health Insurance: What we Know and how we know it, JEEA 16(4), 957-982.

    7. "Erwerbsunfähigkeitrisiko und –versicherung in Theorie und Praxis"

    • French, E. und J. Song (2014): The Effect of Disability Insurance receipt on labor supply, AEJ: Policy 6(2), 291-337.
    • French, E. und J. Song (2018): The Effect of disability insurance on labor supply: A dynamic Analysis, manuscript.

    8. "Theoretische Analyse des Heiratsverhaltens"

    • Greenwood J, N. Guner, G. Kocharkov G und C. Santos (2016): Technology and the Changing Family: A Unified Model of Marriage, Divorce, Educational Attainment, and Married Female Labor-Force Participation, American Economic Journal: Macroeconomics 2016, 8(1): 1–41

    9. "Die Wirtschaftskrise in Griechenland – Eine Autopsie"

    • Martin, P. und T. Philippon (2017): Inspecting the mechanism: Leverage and the great recession in the Eurozone, American Economic Review 107(7), 1904-1937,  
    • Gourinchas, P.O. et al. (2016): The analytics of the Greek crisis, NBER Macroeconomic Annual 31, 1-81.
    • Ardagna, S. und F. Caselli (2014): The political economy of the Greek debt crisis: A tale of two bailouts, American Economic Journal: Macroeconomics 6(4), 291-323.

    10. "Alternativen zum Ehegattensplitting – Eine ökonomische und empirische Analyse"

    • BMF (2018): Zur Reform der Besteuerung von Ehegatten, Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen.

    11. "Staatsverschuldung: Pro und Contra"

    • Yared, P. (2019): Rising Government Debt: Causes and Solutions for a Decades-Old Trend, Journal of Economic Perspectives 33(2), 115-140.
    • D’Erasmo, P. et al. (2016): What is sustainable public debt? In: Handbook of Macroeconomics, Bd. 2B, 2557-2588.
    • Blanchard, O. (2019): Public debt with low interest rates, American Economic Review  

    Simulationsarbeiten schließlich kommen nahezu ohne Literatur aus. Hier geht es darum, ein am Lehrstuhl in der Regel vorhandenes Programmpaket zu verbessern, zu dokumentieren oder zu testen, damit es in der Lehre oder der Forschung eingesetzt werden kann. Zu empfehlen ist jedoch, vorher die Veranstaltung "Computational Economics" besucht zu haben.

     

    Mögliche Themen wären etwa:

    • Einbau von Arbeitslosigkeit, Gesundheitsrisiken etc. in ein OLG-Modell mit Unsicherheit
    • Modellierung von Heiratsentscheidung im OLG Modell
    • Modellierung des Wohnungsmarktes im OLG Modell


    Formale Vorschriften für Masterarbeiten gibt es keine. Alle Literaturverweise sollte man im Verzeichnis wiederfinden, ansonsten halten Sie sich bei der Gestaltung ihrer Arbeit an die anerkannten Regeln der Wissenschaft. Zur Not können Sie auch ein einschlägiges Werk über wissenschaftlichen Arbeiten heranziehen, z.B. Manuel R. Theisen (2000): Wissenschaftliches Arbeiten, 10. Aufl., München. Auch der Umfang der Master-Arbeit ist nicht entscheidend für die Bewertung. Im Mittel werden etwa 60-80 Seiten erwartet. Je schwieriger ein Thema ist, desto kürzer kann die Arbeit aber auch sein.

    Der Lehrstuhl für Finanzwissenschaft empfiehlt bei der Anfertigung von Zeichnungen für Masterbeiten die Verwendung der Programme Corel Draw bzw. Micrografx Designer. 

    Kostenlose Versionen der aktuellen Corel Graphics Suite können für Studenten der Uni Würzburg hier heruntergeladen werden. Sie benötigen zum Download ihre s-Nummer.

    Eine große Erleichterung bei formalen Masterarbeiten ist die Verwendung von Latex. Verwenden Sie zur Anfertigung bitte stets eine der Formatvorlagen:

    Formatvorlage Word

    Formatvorlage LaTeX