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Intern
    Fachschaft Wirtschaftswissenschaften

    Novelle WiWi-Bachelor

    Änderung des Bachelorstudiengangs Wirtschaftswissenschaft

    Wahlrecht Regelstudienzeit

    Der derzeit gelehrte Bachelor of Science stellt in den Augen der Fachschaft ein nicht allzu spezifisches grundständiges Studium dar, das sinnvoll mit einem entsprechenden Masterprogramm weitergeführt wird. Sowohl Bachelor als auch Master sind zu einem gewissen Grad methodenlastig und sollen den Studierenden u.a. den Weg in die Forschung eröffnen. Viele Studierende allerdings streben keine wissenschaftliche Laufbahn an und sind ggf. eher an einem Studium des Inhalts und nicht der Methode interessiert. Für diese Studierenden ist ein Bachelor als gesamtes Studium zu kurz, ein Master allerdings nicht nötig. An diesem Punkt schlägt die Fachschaft einen in seiner Konstruktion möglicherweise einzigartigen Bachelorstudiengang vor:

    Die Studierenden sollen – ähnlich wie jetzt auch – ein einheitliches Grundlagen- und Orientierungsstudium absolvieren. Nach dem Absolvieren dieser zwei- bis dreisemestrigen Phase sollen die Studierenden den von ihnen angestrebten Abschlusstyp wählen: Einen sechssemestrigen B.Sc. – der auf ein Masterstudium hinführen soll – oder einen achtsemestrigen B.Sc. Der Zeitpunkt der Wahl sollte kurz nach der o.g. Informationsveranstaltung stattfinden. Der sechssemestrige Studiengang würde dem aktuellen Bachelor-Studiengang – idealer Weise unter Berücksichtigung der sonstigen hier aufgelisteten Punkte – sehr ähneln.

    Der achtsemestrige Abschluss könnte weitgehende Freiheiten bieten:

    • Ein als Wahlpflichtmodul gestaltetes Praxissemester: Seit Einführung des Mindestlohns akzeptieren viele Unternehmen für längere Praktika nur noch Pflichtpraktikanten. Dieser Hürde im Status ließe sich Genüge tun.
    • Die Studierenden können durch ausführliches Wählen aus dem Angebot der Lehrstühle ihrer Wahl sich ein schärferes Profil selbst erarbeiten – ohne dass das durch einengende Vorschriften forciert werden müsste. Gleichzeitig werden die fachlichen Mindestanforderungen an die Studierenden nicht beeinträchtigt.
    • Die Lieblingsfächer der Professorinnen und Professoren, derzeit mangels ausreichender Platzhalterzahlen in der Lehre eine Randexistenz fristend, könnten deutlich breiter angerechnet werden.
    • Leichte Schwenks in der Studienrichtung können - ohne den Bachelorfortschritt aufzugeben - umgesetzt werden. Wenn zum Beispiel Studierende in Veranstaltungen der Lehrstühle für Marketing und Wirtschaftsjournalismus merken, dass sie eher einen guten Kommunikationswissenschaftler abgeben, so könnte – zusätzlich zu einer immer noch ansehnlichen Anzahl von WiWi-Kernfächern – eine Menge von ECTS-Punkten im Kommunikationsbereich angesammelt werden, die ein weiterführendes Studium der Kommunikationswissenschaft ermöglichen. Damit würden wir einen großen Schritt im Sinne des Bologna-Konzepts tun. Dasselbe ist für andere an die BWL/VWL angrenzende Fächer denkbar, zum Beispiel Wirtschaftsmathematik; Statistik; Wirtschaftsinformatik; Wirtschaftsrecht; Sozialwissenschaft; ... Dieses System könnte zusätzlich als Plattform für zukünftige Studiengangskooperationen genutzt werden.

    Unserer Auffassung nach bietet das Modell den Studierenden erhebliche Vorteile und lässt sich darüber hinaus in erheblichem Maße für das Hochschul/Studiengangsmarketing instrumentalisieren.

    Entscheidung Masterstudium - Informationen und Anforderungen

    Wir gehen davon aus, dass die Bachelorstudierenden sich erst zum Ende ihres Bachelorstudiums mit den Master-Anforderungen ihrer Wunschhochschulen auseinandersetzen. Das sehen wir als zu spät an – insbesondere da einige Zielhochschulen hohe ECTS-Anforderungen an bestimmte Fächer stellen. Eine Informationsveranstaltung mit nahezu1 verbindlicher Teilnahme, in der darauf aufmerksam gemacht wird, wie unumgänglich das Erlangen gewisser ECTS-Anzahlen in bestimmten Fachgruppen ist, würde unserer Meinung nach große Vorteile mit sich bringen. Diese Veranstaltung sollte zum Ende des zweiten oder während des dritten Semesters stattfinden.


    1: Wir halten das Thema für sehr wichtig. Da es eine Anwesenheitspflicht an bayrischen Hochschulen nicht gibt, müssen Workarounds betrachtet werden; zum Beispiel eine Sollregelung oder die Anwesenheitserfassung per Unterschriftenliste (ohne die Liste allerdings auszuwerten).

     

    Vermehrt Hausarbeiten

    Unserer Auffassung nach bevorzugt die Mehrheit der Studierenden die klassische Klausur als Prüfungsform. Das Anfertigen einiger Hausarbeiten vor dem Verfassen der Bachelorarbeit sehen wir allerdings als lehrreiche Erfahrung an. Wir würden uns deswegen freuen, wenn der Anteil der Wahl(pflicht)fächer, die mit einer Hausarbeit abgeprüft werden, angehoben wird; gleichzeitig soll die Klausur die vorherrschende Prüfungsform bleiben. Kurzum: Wer sich in der wissenschaftlichen Arbeit üben will, sollte die Gelegenheit dazu haben.

    BWL-VWL oder WiWi?

    Die meisten Studierenden können am Anfang ihres Bachelors noch nicht wirklich wissen, ob ihnen BWL oder VWL besser gefallen wird. Die Aufteilung in einen BWL- und einen VWL-Studiengang erachtet die Fachschaft deswegen nicht als im Sinne der Studierenden.

    Erweiterung der Wahlfreiheit

    Wir gehen davon aus, dass die Studierenden ihre tatsächlichen Interessen zunehmend während des Studiums erkennen. Deshalb sind wir für einen höheren Grad an Individualisierbarkeit des Studiums in den höheren Bachelor-Semestern: Die Aufteilung in bestimmte BWL-ECTS und bestimmte VWL-ECTS sollte entfallen. Dass ASQs nur bis zu einem bestimmten Grad angerechnet werden können, sehen wir als notwendig dafür an, dass die Fachbezogenheit des Studiums erhalten bleibt.

    Annahme von Studieninteressenten

    Gerne kann auch in Zukunft so verfahren werden, dass zunächst großzügig Bewerber immatrikuliert werden und dann nach einigen Semestern eine gewisse Anzahl an ECTS erworben sein muss. Diese Schwelle sollte idealer Weise mit dem Zeitpunkt über die Entscheidung der Regelstudiendauer übereinstimmen.

    Charme der zunächst unbedingten Aufnahme ist es, die schulisch schlechten aber dennoch vielversprechenden Studierenden zu gewinnen. Um die Abbrecherquote zu reduzieren würde sich die Fachschaft über alternative Auswahlkonzepte freuen.

    Fachliche Ausrichtung

    Die fachliche Ausrichtung der Studiengänge wird nach Auffassung der Fachschaft insbesondere durch die Berufungen festgelegt. Die Novelle eines Bachelorstudiengangs sollte unserer Auffassung nach nicht als Vehikel zur Forcierung fachlichen Wandels genutzt werden. Dessen ungeachtet würde sich die Fachschaft freuen, wenn Kernfertigkeiten, die wir im Bereich der WiWi insbesondere im Bereich der Statistik, der (Wirtschafts)Informatik und des Rechts sehen, im Vergleich zur aktuellen Aufstellung stärker betont und praxisnah gestaltet werden.