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Intern
    Fachschaft Wirtschaftswissenschaften

    Förderung des studentischen Engagements

    Die Fachschaft hält studentisches Engagement für ein wichtiges Mittel zur Erreichung der der Universität im Bayerischen Hochschulgesetz gesteckten Ziele1. Unserer Ansicht nach ist selbstständiges studentisches Engagement eine notwendige Ergänzung der Lehre, die zu größerer Eigenständigkeit und charakterlicher Reife der Studierenden führt. Darüber hinaus lernen die Studierenden so wichtige Softskills und eignen sich Wissen über (Selbst)Organisation und notwendige rechtliche Grundlagen für eine organisierte Zusammenarbeit an. Die Bundesregierung macht studentisches Engagement zu einer Voraussetzung für die Förderung über die Begabtenförderungswerke. Studentisches Engagement bereichert die Universität um soziale, kulturelle und politische Angebote und die Fakultät um viele inhaltliche Aspekte.

    Studentisches Engagement benötigt unter anderem

    • Zeitlichen Freiraum: Derselbe muss ggf. über eine Anrechnung auf bestimmte Module geschaffen werden. Das Studium sollte bei aller notwendigen Vor- und Nachbereitung eine wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden nicht überschritten werden. Solang sich das gesamte Semester inklusive Prüfungen binnen 4 Monaten abspielt, ergibt sich allerdings eine theoretische wöchentliche Arbeitsbelastung von ca. 55 Stunden. Zeitlicher Freiraum kann im Zweifelsfall durch die Anrechenbarkeit auf Schlüsselqualifikationen dargestellt werden.
    • Verfügbare Infrastruktur: Wer studentisches Engagement will, der muss entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Wenn sich eine neue Hochschulgruppe gründet und die Verwaltung eine Raumreservierung für ein Kickoff-Treffen an die Bedingung einer Zahlung in dreistelliger Höhe knüpft, dann ist das ebenso wenig förderlich wie wenn eine studentische Organisation einen Vortrag organisieren will und mit dem Spruch "Ober sticht Unter" abgefertigt wird und die repräsentativen Räume für die normalen Vorlesungen der Professoren vorgehalten werden. Für Teambesprechungen müssen Seminarräume reservierbar sein. Sitzungen und Arbeitstreffen müssen länger als bis 21:45 Uhr möglich sein - zu dieser Zeit räumt der Sicherheitsdienst die Neue Universität.
    • Betreuung: Die Standdauer der Studierenden ist aufgrund der kurzen Bachelorprogramme (und noch kürzerer Master), Auslandssemestern und Praktika sehr kurz. Deswegen geht viel institutionelles Wissen verloren. Die zentrale Betreuung (nicht Bevormundung) wichtiger Hochschulgruppen mag angezeigt sein.
    • Öffentlichkeit: Wie können Angebote aufwandsarm kommuniziert werden? Facebook taugt aufgrund der verwendeten aufmerksamkeitsfixierten Algorithmen hierfür nicht, Rundmails können durch die meisten Initiativen nur einmal im Semester versandt werden, die öffentlichen Flächen an der Universität sind an die Uni-GmbH vermietet.
    • Finanzielle Förderung für Leuchtturmprojekte der jeweiligen Hochschulgruppen

    Die o.g. Funktionen übernimmt in anderen Bundesländern die verfasste Studierendenschaft. Angesichts ihrer Nichtexistenz in Bayern müssen die Universitäten - bei gewünschtem Outcome - die notwendigen Funktionen übernehmen.

    Die Fachschaft befürwortet die Unterstützung studentischen Engagements und ruft die Studierenden zur besten Nutzung der gegebenen Möglichkeiten auf. Für Fragen zu den verschiedenen Möglichkeiten und Ansprechpartnern stehen wir gerne als Ansprechpartner bereit. 


    1.1: Die Hochschulen dienen der Pflege und Entwicklung der Wissenschaften und der Künste durch Forschung, Lehre, Studium und Weiterbildung in einem freiheitlichen, demokratischen und sozialen Rechtsstaat. Art. 2(1) BayHSchG

    1.2: Die Hochschulen wirken an der sozialen Förderung der Studierenden mit.  Art. 2(3) BayHSchG

    1.3: Lehre und Studium sollen die Studierenden auf ein berufliches Tätigkeitsfeld vorbereiten und ihnen die dafür erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Methoden dem jeweiligen Studiengang entsprechend so vermitteln, dass sie zu wissenschaftlicher oder künstlerischer Arbeit und zu verantwortungsvollem Handeln in einem freiheitlichen, demokratischen und sozialen Rechtsstaat befähigt werden [...].  Art. 55(1) BayHSchG