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    Juniorprofessur für Information Management

    Drei grundlegende Strategien der Prozessmodellierung

    Das Business Process Management (BPM) stellt betriebliche Abläufe in Form von Geschäftsprozessen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit des Managements. In seinen Hauptaktivitäten betrachtet das BPM die IdentifikationModellierungAnalyseVerbesserungImplementierungAusführung, das Monitoring und die Änderung von Geschäftsprozessen (Dumas et al. 2013)1

    Vor dem Hintergrund technologischer Fortschritte (DigitalisierungIndustrie 4.0, etc.) sind sich heutige Unternehmen zunehmend der Wichtigkeit eines effizienten Managements von Geschäftsprozessen bewusst (Imgrund et al. 2017a)2, um in einem globalen Wettbewerb als agiles und adaptives Unternehmen agieren zu können. Hierfür sollten Unternehmen sich nicht nur mit dem effektiven Management von Kernprozessen beschäftigen, sondern aufgrund der rasant ansteigenden Menge verfügbarer Prozesse kundennahe Bottom-up Strategieansätze integrieren (Imgrund et al. 2017b)3.  

    Im Rahmen einer qualitativen Studie hat sich gezeigt, dass sich die strategischen Bemühungen von Unternehmen hinsichtlich ihrer Implementierungsstrategien in der Prozessmodellierung grundlegend in drei Kategorien einteilen lassen. Mögliche, primäre Einsatzszenarien der Prozessmodellierungen unterscheiden sich wie folgt: 

    1. Einsatz der Prozessmodellierung mit dem primären Ziel der Standardisierung und/ oder Dokumentation von Geschäftsprozessen.
    2. Einsatz der Prozessmodellierung mit dem primären Ziel der Ausführung (und Automatisierung) von Geschäftsprozessen.
    3. Einsatz der Prozessmodellierung mit dem primären Ziel der Schaffung eines einheitlichen, prozessorientierten Kommunikationsstandards im Unternehmen.

    Die Studie zeigt darüber hinaus, dass der Erfolg der jeweiligen Strategien neben identischen Grundfaktoren von der Umsetzung individueller Charakteristika abhängen. In Unternehmen, die beispielsweise die prozessorientierte Kommunikation als primäres Ziel Ihrer Modellierungsinitiativen sehen, benötigen ein vergleichsweise geringes Commitment der Unternehmensführung bzw. des Top-Managements. Im Gegensatz dazu benötigen Strategien, die primär der Ausführung und Automatisierung von Prozessen gelten, ein weitaus stärkeres Involvement der Unternehmensführung.

    Abbildung 1 zeigt einen Ausschnitt der Studie, indem es einen Ausschnitt der untersuchten Charakteristika in Verbindung mit dessen Einfluss auf den Erfolg spezifischer Zielsetzungen Prozessmodellierungsinitiativen aufzeigt.

    Bei Interesse an einer Teilnahme oder weiteren Ergebnissen der Studie können Sie sich für weiterführende Informationen gerne direkt an Florian Imgrund oder Marcus Fischer wenden.


    Literatur:

    Dumas, Marlon; La Rosa, Marcello; Mendling, Jan; Reijers, H.A.: 2013. Fundamentals of Business Process Management. Heidelberg: Springer

    2 Imgrund, Florian ; Janiesch, Christian ; Rosenkranz, Christoph: "Simply Modeling" - BPM from Everybody: Recommendation from the Viral Adoption of BPM at 1&1. In: vom Brocke, J. ; Mendling, J. (reds): Business Process Management Cases: Digital Innovation and Business Transformation in Practice : Springer, 2017a

    Imgrund, Florian ; Fischer, Marcus ; Winkelmann, Axel ; Janiesch, Christian: Managing the Long Tail of Business Processes. In: 25th European Conference on Information Systems (ECIS), 2017b