05/2026: Die Süddeutsche Zeitung berichtet über unseren Feldversuch zu dynamischen Stromtarifen
29.05.2026Geld bekommen fürs Stromverbrauchen – was paradox klingt, wird in Schweinfurt zum Lehrstück über die Energiewende. In unserem Feldversuch erproben rund 65 Haushalte seit Juni 2025 dynamische, börsenpreisorientierte Stromtarife und nutzen Phasen negativer Strompreise gezielt aus. Die Süddeutsche Zeitung berichtet unser Projekt, das wir gemeinsam mit Prof. Flath, Prof. Stich und weiteren Partnern durchführen.
Seit Juni 2025 untersuchen wir gemeinsam mit Prof. Flath, Prof. Stich, den Stadtwerken Schweinfurt und weiteren Projektpartnern, wie dynamische Stromtarife im Alltag von Haushalten ankommen. Hierfür haben wir bei rund 65 Teilnehmenden einen Smart Meter installiert, sodass sie ihren Verbrauch an den aktuellen Börsenpreisen ausrichten können. Eine Besonderheit des Studiendesigns: Die Haushalte legen monatlich selbst fest, welcher Anteil ihres Verbrauchs dynamisch nach Börsenpreis und welcher zu einem festen Preis abgerechnet wird.
Anlass für das Projekt sind zwei Befunde: Smart Meter sind in Deutschland weiterhin kaum verbreitet, und ein Großteil der Haushalte fühlt sich über dynamische Tarife schlecht informiert – obwohl seit 2025 alle Anbieter solche Tarife bereitstellen müssen. Erste Beobachtungen zeigen, dass Preissignale durchaus im Alltag ankommen: Einzelne Haushalte verschoben flexible Verbräuche – etwa das Laden eines E-Autos – gezielt in Phasen negativer Preise. Zugleich verweist Prof. Gust auf die Verteilungsdimension: Dynamische Tarife können das Energiesystem kosteneffizienter machen, sind damit aber nicht automatisch verteilungsgerechter. Die Forschung des Lehrstuhls liefert so Erkenntnisse darüber, wie sich der Übergang in ein flexibleres Stromsystem möglichst niedrigschwellig gestalten lässt.
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