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Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Bestimmungsfaktoren zur Wahl der Verhandlungsstrategie von Steuerprüfern

07.09.2021

Betriebsprüfungen stellen eine der Hauptaufgaben von Steuerbehörden dar und führen oftmals zu erheblichen Korrekturen im Steuerabschluss und damit zu signifikanten Zusatzsteuern bei den geprüften Unternehmen.

Foto von Frau Prof. Dr. Daniela Lorenz
Prof. Dr. Daniela Lorenz (Bild: Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät / Uni Würzburg)

Aufgrund von Uneindeutigkeiten und Komplexität im Steuerrecht sind die vorzunehmenden Korrekturen dabei das Ergebnis eines Verhandlungsprozesses zwischen den Betriebsprüfern und den Steuerpflichtigen (oftmals vertreten durch Steuerberater).

In einer aktuellen Studie widmen sich Prof. Dr. Daniela Lorenz (Lehrstuhl für BWL und Unternehmensfinanzierung an der JMU) gemeinsam mit Prof. Dr. Kay Blaufus, Dr. Michael Milde und Dr. Alexander Schwäbe (alle Leibniz Universität Hannover) und Dr. Benjamin Peuthert von der Berliner Finanzverwaltung genau diesem Verhandlungsprozess. Die Autoren gehen der Frage nach, welche Faktoren die Wahl der Verhandlungsstrategie der Betriebsprüfer beeinflussen und welchen Effekt die gewählte Strategie auf das Verhandlungsergebnis hat. Die Daten wurden im Rahmen einer Befragung von mehr als 600 Berliner Betriebsprüfern erhoben.

Die Ergebnisse zeigen, dass eine kompetitive Verhandlungsstrategie von Betriebsprüfern im Vergleich zu einer kooperativen Strategie einerseits mit signifikant höheren Zusatzsteuern einhergeht. Andererseits fällt aber die Wahrscheinlichkeit, dass keine Einigung in der Verhandlung erzielt werden kann, höher aus. Werden dagegen sowohl kompetitive als auch kooperative Verhandlungstaktiken verwendet, kann bei gleichbleibenden Zusatzsteuern die Wahrscheinlichkeit einer Einigung erhöht werden. Zudem kann unter anderem gezeigt werden, dass der Einsatz einer solchen gemischten Verhandlungsstrategie wahrscheinlicher ist, wenn Betriebsprüfer über mehr Berufserfahrung verfügen und wenn die Prüfung unter Zeitdruck steht.

Insgesamt liefert die Studie neue Erkenntnisse darüber, wie die Steuerbelastung von Unternehmen von den Verhandlungen zwischen Betriebsprüfern und Steuerpflichtigen beeinflusst wird. Die Studie wurde von der international renommierten Zeitschrift Accounting, Organizations and Society zur Veröffentlichung angenommen.

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