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Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Die Zukunft der Beschaffungsfunktion gestalten

03.09.2021

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Arbeitskreises Einkauf und Logistik der Schmalenbach-Gesellschaft erscheint das ZfbF-Sonderheft Einkauf und Supply Chain Management.

Foto von Prof. Dr. Ronald Bogaschewsky
Prof. Dr. Ronald Bogaschewsky (Bild: Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät/Uni Würzburg)

"Die Zukunft der Beschaffungsfunktion gestalten", so titelt das Editorial zum neuen ZfbF-Sonderheft Einkauf und Supply Chain Management, das von Prof. Dr. Ronald Bogaschewsky herausgegeben wird. Hintergrund ist das 50-jährige Bestehen des Arbeitskreises Einkauf und Logistik der Schmalenbach-Gesellschaft, den Prof. Bogaschewsky seit vielen Jahren leitet. Dieser Kreis setzt sich aus hochrangigen Experten aus der Unternehmenspraxis und Wissenschaftlern zusammen. Das Jubiläum wurde zum Anlass genommen, auf die erhebliche Bedeutung der Beschaffungsfunktion für den Erfolg und die dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen stärker aufmerksam zu machen. So werden durchschnittlich 60-70 Prozent der Umsatzeinnahmen wieder an Lieferanten ausgegeben und jede Einsparung im Einkauf wirkt sich 1:1 auf das Unternehmensergebnis aus.

Heute mindestens ebenso bedeutsam ist die Tatsache, dass nur durch eine optimierte Gestaltung und Steuerung der vorgelagerten Wertkette das Unternehmen in die Lage versetzt wird, nicht nur zuverlässig hochwertige Produkte zu fertigen und nachfolgend zu vermarkten, sondern vor allem auch innovativ, effizient und gleichzeitig nachhaltig sowie resilient zu agieren. Angesichts der zumeist stark arbeitsteiligen Industriestrukturen kommen heute wesentliche Innovationen seitens der Lieferanten ins Unternehmen. Hier ist eine umfassende Bearbeitung der globalen Anbietermärkte unverzichtbar. Auch können Unternehmen die wachsenden Anforderungen hinsichtlich ökologischer Ziele (u. a. CO2-Footprint) nur erreichen, wenn sie dies über die gesamte Supply Chain realisieren. In gleicher Weise gilt dies für soziale Ziele, wie sie beispielsweise das jüngst beschlossene „Lieferkettengesetz“ rechtlich bindend vorschreibt. Schließlich kann Disruptionen der eigenen Fertigung durch Lieferengpässe nur vorgebeugt werden, wenn die Resilienz des gesamten Wertschöpfungsnetzwerks gewährleistet wird. Ein wesentliches Hilfsmittel für die Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen sind moderne digitale Tools und Plattformen, die u. a. Informationen zu Märkten, Anbietern, Logistik und Risiken aller Art per Big Data Analytics unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz bereitstellen. In diesem Sinne wandelt sich die Beschaffungsfunktion zunehmend zu einer strategisch bedeutsamen Kernkompetenz des Unternehmens.

In den zehn Schriftbeiträgen des Bandes werden von den Autoren Zukunftsszenarien für Wertschöpfungsnetzwerke bzw. für den Einkauf, die strategische Transformation des Einkaufs hin zu einer stärker wertschöpfenden Funktion, neue Formen des Contracting vor dem Hintergrund moderner digitaler Technologien sowie konkrete Managementpraktiken und Steuerungsmechanismen aufgegriffen.

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